Behelfsheim aus Angelhausen wird ins Freilichtmuseum umgesetzt
Das vermutlich letzte erhaltene Behelfsheim Thüringens wird derzeit in Angelhausen abgebaut und in das Thüringer Freilichtmuseum Hohenfelden umgesetzt. Damit bleibt ein seltenes Zeugnis der unmittelbaren Nachkriegszeit erhalten.
Behelfsheime entstanden in den letzten Kriegsjahren als Notunterkünfte für ausgebombte Familien. In Angelhausen wurden insgesamt 22 dieser einfachen Doppelhäuser errichtet. Die Bauweise war schlicht, die Lebensverhältnisse beengt: Ein Raum diente als Wohn- und Kochbereich, ein kleiner als Schlafraum. Wasser musste vom Brunnen geholt werden, Strom gab es zunächst nicht.
Zeitzeuge Rudolf Igel zog 1945 im Alter von sieben Jahren gemeinsam mit seinen Eltern Hedwig und Alfred sowie seinem Bruder Bernhard ein. Nach der Flucht am 21. Januar 1945 aus Breslau-Leśnica lebte die Familie unter einfachen Bedingungen. Erst später wurde Strom durch selbst verlegte Leitungen verfügbar – jedoch nur eingeschränkt.
Das Gebäude ist bis heute weitgehend im Originalzustand erhalten und wurde zuletzt als Gartenhaus genutzt. Zunächst wird es im Freilichtmuseum eingelagert. Ob ein Wiederaufbau erfolgt, hängt von Fördermitteln im Jahr 2026 ab.