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Erweiterte Notbetreuung in den Kitas der Stadt Arnstadt ab Montag

Erweiterte Notbetreuung in den Kindertageseinrichtungen der Stadt Arnstadt ab 18. Mai 2020

Die Stadt Arnstadt wird basierend auf der Thüringer SARS-CoV-2 Maßnahmenfortentwicklungsverordnung und den fachlichen Vorgaben des Ilm-Kreises die Notbetreuung in den Kitas ab dem 18.05.2020 bis 29.05.2020 wie folgt erweitern:

Die Notbetreuung wird um die Vorschulkinder und deren Geschwisterkinder erweitert. Ab dem 18. Mai 2020 werden diese in der Zeit von 7.30 Uhr bis 15.30 Uhr in reduzierten Gruppengrößen betreut. Über den konkreten Ablauf und die Zuordnung der Kinder werden die Eltern über die Kita-Leitungen informiert. Eine Antragstellung ist durch die Eltern nicht erforderlich. Die Eltern nehmen bitte mit der Kita-Leitung Kontakt auf, sofern dies noch nicht geschehen ist.

Des Weiteren sind ab dem 18.05.2020 Kinder mit Behinderungen und Kinder folgender Berufsgruppen für die Notbetreuung anspruchsberechtigt:

  • Personal aus Kindertageseinrichtungen einschließlich technisches Personal
  • Betreuungspersonal und technisches Personal in Schulen
  • Personen, die als Unterstützung bzw. Hilfskräfte in die Kita-Betreuung kommen
  • Selbstständige, Freiberufler
  • Leitende Angestellte von Firmen und sozialen Einrichtungen
  • dringend benötigte Mitarbeiter/-innen aus kommunalen Verwaltungen

Bei der Beurteilung muss weiterhin der zweite Elternteil auch anspruchsberechtigt sein. Vor einer Aufnahme ist der Nachweis mittels eines Formulars (Antrag Notbetreuung) mit Unterschrift des Arbeitgebers bei der Kita-Leitung oder in der Stadtverwaltung (Amt für Kinder, Jugend, Sport) einzureichen (gern auch per E-Mail). Nach Prüfung des Antrages wird die erforderliche Betreuungszeit dann mit den Eltern abgestimmt.

Die Betreuungszeiten der Kinder, welche bereits eine Notfallbetreuung wahrnehmen, wird weiterhin individuell mit den Eltern abgestimmt. Ziel ist es, die Eltern in der kritischen Infrastruktur soweit wie möglich zu entlasten, um ihrer Tätigkeit z.B. im Gesundheits- oder Pflegebereich nachkommen zu können.

Die kommenden zwei Wochen werden intensiv genutzt, um die Voraussetzungen für den eingeschränkten Regelbetrieb vorzubereiten. „Mit den Vorgaben des Ilm-Kreises wird die Stadt in die Lage versetzt, die Voraussetzungen für einen eingeschränkten Regelbetrieb ab Juni zu schaffen“ so Bürgermeister Frank Spilling. „Dies bedeutet jedoch auch für viele Familien, dass sie den Spagat zwischen Kinderbetreuung und Arbeit weitere zwei Wochen leisten müssen. Wir sind uns dessen sehr bewusst und versuchen, schnellstmöglich praktikable Lösungen zu erarbeiten“, so Frank Spilling weiter. Doch bisher fehlt es an den erforderlichen Voraussetzungen, um in einem eingeschränkten Regelbetrieb einzutreten. Rund 20% der pädagogischen Fachkräfte sind einer Risikogruppe angehörig, weitere 20% der Erzieherinnen und Erzieher konnten bisher keine Notbetreuung für ihre eigenen Kinder in Anspruch nehmen. Mit der Erweiterung der Notbetreuung auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Kitas besteht nun mehr Planungssicherheit.

Durch die  Empfehlung zur Verringerung der Gruppengröße auf Grund steigender Quadratmeterzahlen je Kind können zudem weniger Kinder in den vorhandenen Räumen untergebracht werden. In die Überlegungen werden bereits Nebenräume wie z.B. Sport-, Personal- oder auch Kinderwerkstätten einbezogen. Weitere Räumlichkeiten müssen nun für jede Kita geprüft und eine entsprechende Betriebserlaubnis beantragt werden. Durch die sofortige Umsetzung des eingeschränkten Regelbetriebs wären weiterhin auch die Kinder der bisher systemrelevanten Berufsgruppen (Polizisten, Krankenschwestern, Grundversorgung etc.) sofort aus der täglichen Notbetreuung ausgeschieden. Ein Szenario, was nicht gewollt sein kann. Denn eins ist auch jetzt schon klar: Der eingeschränkte Regelbetrieb wird auf jeden Fall nur dann realisierbar sein, wenn die Betreuungszeiten erheblich eingeschränkt oder Wechselmodelle (stundenweise, tageweise, wochenweise) installiert werden.

„Die Landesregierung hat aus meiner Sicht mit der überraschenden Delegierung der Verantwortung auf die Kommunen und der kurzfristigen Abkehr des abgestimmten Ablaufes der Öffnung der Kitas nicht dazu beigetragen, den Eltern mehr Klarheit und Sicherheit für die weitere Öffnung der Kitas zu vermitteln. Es erscheint mir fast fahrlässig, Eltern, welche seit geraumer Zeit sehnsüchtig und nachvollziehbar auf ein Signal warten, öffentlichkeitswirksam endlich eine Lösung für alle ab dem 18.05.2020 zu suggerieren - wohlwissend, dass die Kommunen in diesem kurzen Zeitraum mitnichten in der Lage sein werden, die räumlichen und personellen Strukturen zu schaffen. Hier hätte ich mir ein gemeinsames Vorgehen im Sinne der Eltern und Kinder - gerade in dieser Zeit - gewünscht.“

Antrag Notbetreuung