Bach in Arnstadt - Bachausstellung im Schlossmuseum
 
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Veranstaltung

Sonderausstellung erfunden. erforscht. gebaut.

Datum
12.11.2016 bis 23.04.2017
Di., Mi., Do., Fr., Sa., So.
09:30 - 16:30 Uhr

Veranstalter
Schlossmuseum Arnstadt

Veranstaltungsort
Schlossmuseum Arnstadt
Schlossplatz 1
99310 Arnstadt

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Forscher- & Erfindergeist(er) gestern und heute

Vom 12. November 2016 bis 23. April 2017 findet im Schlossmuseum Arnstadt in Zusammenarbeit mit dem GoetheStadtmuseum Ilmenau und der TU Bergakademie Freiberg eine Sonderausstellung statt. Während in der Ilmenauer Ausstellung technische Innovationen der Region Ilmenau im Mittelpunkt stehen, konzentriert sich die Arnstädter Ausstellung auf Natur- und Geisteswissenschaftler aus drei Jahrhunderten, die in ihrem Leben eng mit Arnstadt verbunden waren. Sie sind entweder in der Stadt geboren, haben hier einen Teil ihres Lebens verbracht oder sind hier gestorben. Ihnen allen gemeinsam sind nicht nur ihr ungebremster Forscherdrang sondern auch ihre Vielseitigkeit und ihr umfassendes Interesse auf verschiedensten Wissensgebieten.

Von 1706 bis 1720 wirkte und wohnte der freischaffende Schriftsteller, Geograph und Historiker Johann Gottfried Gregorii MELISSANTES (1685–1770) in Arnstadt.

Der 1777 in Arnstadt geborene Naturwissenschaftler Lorenz von Pansner ging nach seinem Studium an der Universität Jena nach Russland, wo ihm die Grenzvermessung an der russisch-chinesischen Grenze übertragen wurde. 1836 kehrte er nach Arnstadt zurück.

Der Philologe und Pädagoge Dr. Bruno Caemmerer wurde 1875 an das Arnstädter Gymnasium berufen. Nach dem Eintritt in den Ruhestand wurde er Mitglied der Museumsgesellschaft Arnstadt, die von 1894 bis 1945 große Verdienste bei der Erforschung der Geschichte und Natur von Arnstadt und Umgebung nachweisen kann. In 12 Heften der Schriftenreihe Alt-Arnstadt sind bis heute zahlreiche Veröffentlichungen zur Arnstädter Stadtgeschichte sowie heimatkundliche und naturwissenschaftliche Beiträge erhalten geblieben. Sein Sohn Dr. Erich Caemmerer, geboren 1884 in Arnstadt, studierter Germanist, war ebenfalls Gymnasiallehrer und forschte auf dem Gebiet der Vor- und Frühgeschichte.

Der 1860 geborene Pädagoge, Geologe und Mikropaläontologe Adolf Franke, der ab 1899 Lehrer an der Höheren Mädchenschule in Dortmund war und von 1914 bis 1918 das Dortmunder Naturkundemuseum leitete, begann bereits ab 1903 mit geologischen und paläontologischen Studien. 1925 übersiedelte er nach Arnstadt und widmete sich weiteren naturwissenschaftlichen Forschungen, vorwiegend dem Spezialgebiet der Foraminiferenkunde (marine Wurzelfüßer mit meist vielkammerigen Gehäusen). Franke gilt als Pionier der deutschen Foraminiferenforschung und mikropaläontologischer Präparationsmethodik.

Ein weiterer Pädagoge, der sich als Naturwissenschaftler verdient gemacht hat, ist Arnold Bergmann. Der studierte Mathematiker, Physiker und Chemiker war auch Mineraloge. Am Arnstädter Gymnasium lehrte er Mathematik und Naturwissenschaften. Um 1915 begann er Käfer und Schmetterlinge zu sammeln. Er war Mitglied des Entomologischen Vereins und befasste sich ausschließlich mit der Faunistik der Thüringer Großschmetterlinge. 1960 starb er in Arnstadt. Bergmanns Schmetterlingssammlung befindet sich heute an der Humboldt Universität Berlin.

Ernst Schmidt lehrte ab 1907 an verschiedenen Schulen in Thüringen, von 1920 bis 1946 und ab 1950 in Arnstadt. Er legte Sammlungen von Moosen, Flechten, Zikaden und Wanzen aus Thüringen mit dazugehörigen Verzeichnissen an. Sein wissenschaftliches Erbe kam in das Phyletische Museum Jena. Er starb 1962 in Arnstadt.

Der Bodenkundler und Forstwissenschaftler Emil Ramman, 1851 in Dorotheental bei Arnstadt geboren, ordnete und vollendete nach dem Tod seines Vaters dessen Werk über Schmetterlinge. Ab 1876 studierte Ramann in Berlin Naturwissenschaften und wurde 1878 als Assistent an das Chemische Institut der Forstakademie Eberswalde berufen. 1881 wurde er in Rostock promoviert. 1900 übernahm er den Lehrstuhl für Bodenkunde und Agrikulturchemie in München.

Ebenfalls nicht vergessen werden darf der Geograf, Alpinist und Polarforscher Ernst Sorge. Er studierte in Berlin erst Mathematik, Physik und Philologie, später Geografie. 1927 wurde er zum Studienrat ernannt und unternahm seine erste Forschungsreise nach Island. Er promovierte 1929 zum Thema Die Trockengrenze Südamerikas. 1929 und 1930/31 war er Teilnehmer der Grönlandexpedition mit Alfred Wegner. Ernst Sorge starb 1946 in Arnstadt.

In Vorbereitung der Ausstellung hat sich eine Zusammenarbeit zwischen Museen, Universitäten, wissenschaftlichen Institutionen, Historikern, Museologen, Naturwissenschaftlern, Lehrern und Nachfahren der zu würdigenden Personen entwickelt, die von großem Interesse und der festen Überzeugung geprägt ist, den Wunsch nach einer Renaissance der Wissenschaftler und ihrer Arbeiten wahr werden zu lassen.

Ausstellungsgespräche:
27.01.2017: Prof. Dr. Gerhard Heide
17.02.2017: Carsten Berndt
31.03.2017: Dr. Christin Kehrer


Siehe: Folder_Erfunden_Erforscht_Gebaut_eBook.pdf

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