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Klosterkirche St. Georg und Marien zu Ichtershausen
(c) ARN-STADTmarketing e.V.
Kirchgemeinde Ichtershausen
Pfarrer Ehrlichmann

Anschrift
Klosterstraße  1
99334 Ichtershausen

Fax: 03628/58 21 10

Ansprechpartner
Pfarrer Ehrlichmann
Tel.: 03628/44 267

Branche
Kirchen

In Ichtershausen steht eine Klosterkirche aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Diese wurde von Frideruna von Grumbach und ihren Sohn Marquard zu Ehren des Heiligen Georg und der Heiligen Maria 1133 erstmals erwähnt, in Zusammenhang einer Reliquienschenkung.

Bedeutungszuwachs erringt das Kloster mit der Umwandlung in ein Zisterzienserinnennonnenkloster, welches durch den Stauferkönig Konrad III. und den Erzbischof von Mainz im Jahre 1147 Bestätigung findet. 10 Jahre später bestätigte Kaiser Friedrich I. die Stiftung des Nonnenklosters.

Am 6. März 1198 wurde in Ichtershausen Philipp von Schwaben – jüngster Sohn Friedrich Barbarossas – zum Deutschen König gewählt, seine Kaiserkrönung fand 1205 in Aachen statt. 1204 unterwirft sich der welfische anhängige Hermann I., Landgraf von Thüringen, dem König Philipp. Die Verteidigung der hohenstaufischen Kaiserlinie war erreicht. Bauernaufstände und Plünderungen beendeten 1525 die Ordensgemeinschaft und das Herzogtum Gotha konfiszierte das klösterliche Anwesen. Nach der Auflösung des Klosters zur Zeit der Reformation wurde die Klosterkirche als Amtsgebäude, zum Teil für das Kammergut sowie für den Ort als Pfarrkirche genutzt. Als erster evangelischer Pfarrer war Heinrich Gnesius eingesetzt.

1602 wurde eine Teil der Kirche und das Pfarrhaus durch einen Brand zerstört.
Die Klostergebäude waren ca. 1640 Amts- und Fürstensitz, sie avancierte zur Schlosskirche. Von 1675 bis 1680 waren die ehemaligen Klostergebäude noch durch einen Neubau ergänzt worden.

Seit dem Jahre 1877 erfuhr das erst heilige, dann adlige Gemäuer eine nochmalige spektakuläre Funktionsänderung: zum Gefängnis. Diese Verwendung vom Schloss blieb bis zum heutigen Tag. Es gab keine Veränderung, welche die Nähe der Gebäude zueinander betrifft. Von der Südseite der Kirche geht ein Gefängnisgebäude ab und nördlich schließt sich direkt an das Kirchengemäuer die Doppelsicherung von Gefängnismauer und Stacheldrahtzaun an. Der Altarraum der Kirche selbst fungiert als Teil der Gefängnismauer!

Die Kirche war einst ein bedeutender romanischer Bau. Sie war eine dreischiffige Basilika mit zwei, durch einen Zwischenbau, verbundenen Westtürmen. Den östlichen Chorschluss bildeten drei Apsiden. Sie unterscheidet sich von anderen Zisterzienserkirchen durch den Chorschluss und den fehlenden hervortretenden Querhaus.

Die Orgel wurde nach dem Brand von 1602 wieder neu gefertigt von Ezechiel aus Erfurt, im Jahre 1666 hat Bastian Witschel aus Seebergen sie renoviert, verbessert wurde sie von dem Hof-Orgelmacher aus Gotha, Christoph Thielemann, um 1723. Der Orgelprospekt weist schönes Schnitzwerk auf. Nach einer gründlichen Sanierung fand 1998 wieder eine Orgelweihe statt.

In den Jahren 1721 bis 1723 wurde die alte Klosterkirche abermals grundlegend verändert. Dabei erhielt sie ihr heutiges Aussehen. Das Dach des südlichen Nebenschiffes und die Südwand des Hauptschiffes mit ihren Arkaden und Lichtgaden wurde entfernt, und die Südwand des Nebenschiffes wurde auf die Höhe der Nordwand hochgezogen. Die Kirche hat seither nur noch ein Schiff, welches allerdings unsymmetrisch zu den Türmen liegt. Das Kirchenschiff wird von einem mit Ziegeln gedeckten Satteldach bedeckt, das in den Jahren 1991/ 92 aus Mitteln der Denkmalpflege saniert werden konnte.

1895 wurde der Glockenstuhl erneuert. Im nördlichen Westturm hängen nur noch zwei Stahlglocken. Von dem alten Dreiergeläut, es soll eines der schönsten in der Gegend gewesen sein, ist keine der 1598, 1806 und 1841 gegossenen Glocken mehr vorhanden. Zwei fielen dem ersten Weltkrieg zum Opfer, welche 1917 vom Turm geholt worden. 1923 wurden diese durch die beiden heute noch vorhandenen Stahlglocken ersetzt. Die letzte der alten Glocken, nämlich die 1598 von Melchior Möhring zu Erfurt gegossene, bekam 1937 einen Sprung. Im gleichen Jahr wurde sie in Apolda umgegossen. Doch auch sie wurde im zweiten Weltkrieg abgeholt.

Jeden Sonntag 10.15 Uhr findet der Gottesdienst statt.
 



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