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Pilgerweg: Elisabeth - Walburga - Paulina

Der ca. 50 km lange Weg führt von Erfurt über Molsdorf, Ichtershausen und Arnstadt weiter nach Niederwillingen über Singen bis Paulinzella. Der Pilgerweg ist außerdem Teil des mittelalterlichen Jakobsweges von Erfurt nach Coburg. Gelbe Jakobsmuscheln auf blauem Grund weisen daher den Weg.
"Das unruhige Herz ist die Wurzel der Pilgerschaft. Im Menschen lebt eine Sehnsucht, die ihn hinaustreibt aus dem Einerlei des Alltags und aus der Enge seiner gewohnten Umgebung. Immer lockt ihn das andere, das Fremde. Doch alles Neue, das er unterwegs sieht, kann ihn niemals ganz erfüllen. Seine Sehnsucht ist größer. Im Grunde seines Herzens sucht er ruhelos den ganz Anderen, und alle Wege, zu denen der Mensch aufbricht, zeigen ihm an, dass sein ganzes Leben ein Weg ist, ein Pilgerweg zu Gott.“
(Aurelius Augustinus)

Kirchen am Pilgerweg:

• Paulinzella: romanische Klosterruine
• Singen: Kirche St. Nicolai
• Dörnfeld: Kirche im neugotischen Stil
• Cottendorf: Katharinenkirche aus dem 17./18. Jh.
• Griesheim: Kirche St. Maria Magdalena
• Niederwillingen: Kirche St. Peter und Paul
• Roda: Dorfkirche
• Görbitzhausen: Kirche St. Johannes
• Hausen: Kirche St. Nikolaus
• Oberndorf: Kirche St. Nicolai (Romanik)
• Dornheim: Kirche St. Bartholomäi (Traukirche Bach’s)
• Arnstadt: Liebfrauenkirche, Bachkirche, Oberkirche, Himmelfahrtskirche, Ausgrabungsstätte Walpurgiskloster
• Rudisleben: St. Johanneskirche
• Ichtershausen: Klosterkirche St. Georg und Marien
• Molsdorf: Kirche St. Trinitatis
• Hochheim: Kirche St. Bonifatius
• Erfurt: Dom zu Erfurt, Ev. Augustinerkloster zu Erfurt, Nikolaiturm Elisabethkapelle, St. Ursulinenkloster

Basisinformationen zum Pilgerweg:

Zuordnung: Pilgerweg: Elisabeth - Walburga - Paulina ("Auf den Spuren starker Frauen")
Markierung: Europäische Jakobsmuschel
Weglänge: ca. 50 km
Schwierigkeitsgrad: leicht bis mittel

Über die drei starken Frauen

Heilige Elisabeth

Als Bistumspatronin Erfurt und weltweit als Schutzheilige verehrt, ist Elisabeth eine wichtige religiöse Figur des 13. Jahrhunderts. Geboren als ungarische Königstochter, kam Sie kam als vierjähriges Kind nach Thüringen, wuchs in Eisenach auf der Wartburg auf und wurde mit dem Thüringer Landgrafen Ludwig IV. vermählt. Nach dem Tod ihres Ehemannes dankte sie der Adelswelt ab und verzichtete auf jeglichen Reichtum. In völliger Armut lebend, gab sie sich der Pflege von Kranken und Sterbenden hin. Ihr Leben wurde zum Inbegriff christlicher Barmherzigkeit. Im Jahre 1235, bereits vier Jahre nach Ihrem Tod, erfolgte die Heiligsprechung. Der Nikolaiturm mit Wandmalereien zu ihrem Leben und der Erfurter Dom sind besuchenswerte Stätten, die sich mit der Heiligen Elisabeth in Verbindung bringen lassen.

Heilige Walburga

In England geboren und aufgewachsen, wurde Sie Mitte des 8. Jahrhunderts von Ihrem Onkel Bonifatius, dem Schutzheiligen Thüringens, als Missionarin nach Deutschland berufen. Über Thüringen gelangte Walburga später nach Franken. Vor allem im ausgehenden Mittelalter, das geprägt war durch schwere Seuchen und Hungerepidemien, erreichte der Walburga-Kult als Nothelferin und Schutzpatronin große Ausmaße. Selbst in kleinen Dörfern und auf Bergen finden sich so genannte Walpurgiskapellen als bis heute beliebte Wallfahrtsziele. In Arnstadt erinnert das ehemalige Walpurgiskloster an die Heilige, welches auf den Grundmauern einer Kapelle errichtet wurde. Dank archäologischer Ausgrabungen sind die Grundreste der Klosterkirche vor über 10 Jahren wieder freigelegt worden.

Selige Paulina

Paulina wurde als Adelige in Sachsen geboren und wuchs im 11. Jahrhundert in Mitteldeutschland auf. Nach dem Tod ihres zweiten Mannes sagte sie dem weltlichen Leben ab. Mehrere Reisen nach Rom brachten ihr endlich die Erlaubnis und den Segen des Papstes zur Gründung des Doppelklosters im Rottenbachtal im Jahre 1102. Die Fertigstellung mit zu erleben war ihr allerdings nicht mehr vergönnt. Mit der Gründung des Klosters, welches zum Verbund der Hirsauer Reformklöster gehörte, sicherte sie sich einen bedeutenden Platz in der religiösen Geschichte Deutschlands. Paulina wird in Thüringen als Selige Frau verehrt.

Wegstationen:

Den Weg beginnen wir vor dem Jagdschloss unweit der Klosterruine in Paulinzella, folgen der Markierung mit der Jakobsmuschel zum Parkplatz (gleichzeitig Thüringenweg - Markierung blauer Punkt) und gehen weiter unter dem Eisenbahnviadukt in Richtung ehemalige Teiche. In Höhe des 2. Teiches biegen wir rechts ab und gehen auf einem unscheinbaren Wiesenweg weiter.
Bald bietet sich ein wunderschöner Blick auf das malerisch in einem dicht bewachsenen Tal gelegene Paulinzella. Zum kurzen Verweilen befinden sich einige Bänke.
Der Jakobsmuschel weiter folgend kommen wir nach einigen hundert Metern parallel der Eisenbahnlinie gehend zur "Dreckigen Gasse". Hier lassen wir den Eisenbahntunnel rechts liegen und biegen links ab.
Nun gehen wir auf einem breiten befestigten Forstweg in der so genannten "Dreckigen Gasse" und laufen noch 1,5 km bis wir zu einem Abzweig kommen (im Griesheimer Grund). Hier weist ein Schild auf ein Nonnenkreuz.
Will man das Steinkreuz besichtigen, verlässt man kurz den Weg und erreicht es nach 600 m. Das Steinkreuz wurde zum Gedenken an die Nonne Roswitha gesetzt, die hier bei einem Schneesturm ums Leben kam. Sie befand sich auf dem Heimweg von Singen nach Paulinzella, nachdem sie einer Wöchnerin beigestanden hatte.
Auf den Pilgerweg zurückgekehrt (gleichzeitig Thüringenweg), gehen wir weiter bis in das kleine Örtchen Singen.
Unterwegs kommen wir an zwei idyllisch gelegenen Teichen vorbei. Viele Wiesenblumen säumen den Weg. In Singen angekommen, folgen wir der Jakobsmuschel und durchqueren den Ort. Nach ca. 200 m erreichen wir den Singer Berg, dem sogenannten "Prahlhans". Der Aufstieg verlangt etwas Kondition, wird dann aber mit einer herrlichen Sicht auf verschiedene Orte um Singen belohnt. Einige Sitzgelegenheiten laden zum Verweilen ein.
Der Abstieg geht dann etwas schneller. Unten angekommen hat man einen schönen Blick auf Dörnfeld, Cottendorf und Griesheim. Weiter gehen wir über Dörnfeld nach Cottendorf und kommen nun auf gerader Strecke (gleichzeitig Bach-Wanderweg und Radweg) nach Griesheim.
Wir gehen durch Griesheim durch, dann auf geradem Weg in Richtung Niederwillingen. Wir kommen an eine Kreuzung wo der Radweg nach rechts weiterführt. Wir biegen aber links ab und bleiben auf dem Pilgerweg (gleichzeitig Bach-Wanderweg). Der anfänglich steinige etwas ansteigende Weg führt uns nach ca. 2 km bis Niederwillingen.
Von Niederwillingen aus gehen wir weiter in Richtung Roda (gleichzeitig Bach-Wanderweg, er ist mit dem roten Punkt auf weißem Grund gekennzeichnet).
In Roda angekommen laufen wir am Rande des Ortes durch ein kleines Wäldchen. Wer möchte kann aber einen kleinen Abstecher in den Ort machen.
Wir verlassen nun Roda und kommen auf einem Wiesenweg nach Görbitzhausen.
In Görbitzhausen empfiehlt sich ein kurzer Abstecher (ca. 1 km) nach Branchewinda, um dort die Kirche St. Jakobus zu besichtigen.
Wir durchqueren den Ort Görbitzhausen und kommen erst auf einen Landwirtschaftsweg, dann ein Stück mit Asphalt und dann wieder Landwirtschaftsweg. So gelangen wir nach Hausen.
Östlich von Hausen befindet sich ca. 20 m vom Ort eine Wanderhütte mit Bank. Hier legen wir eine kurze Rast ein. Danach geht es zurück nach Hausen. Wir durchqueren den Ort und gehen weiter auf einem Landwirtschaftsweg in Richtung Oberndorf.
Wir kommen an großen Ackerflächen vorbei und überqueren dann auf einer Brücke die Autobahn.
Hinter der Brücke biegen wir links ab und folgen einem langen kerzengeraden Landwirtschaftsweg. Dann biegen wir rechts auf einen Feldweg. Nach einem großen Gartengrundstück biegen wir rechts in den Wald hinein. Wir kommen an dem Naturdenkmal "Preißeiche" (nur noch die Wurzel) und an ein paar kleinen Teichen vorbei, die aus ehemaligen Tongruben hervorgegangen sind.
Nun folgt ein kurzer steiler Anstieg und dann gehen wir weiter an einem Hochsitz vorbei. Kurz darauf verlassen wir den Wald. Nun bietet sich uns ein schöner Blick auf den Schlossberg, auf dem sich einmal die Käfernburg (Burg von Graf Sizzo) befand. Man kann noch die Wallanlage der Burg erkennen. Von hier aus führen zwei Wege um den Berg herum in den Ort Oberndorf. Wir entscheiden uns für den Pfad auf der Wallanlage und gelangen so nach Oberndorf.
Am Fuße des Berges biegen wir rechts ab und gehen auf einem schmalen Pfad oberhalb des Ortes, bis wir auf eine Straße kommen. Nach einigen Metern biegen wir links ab und verlassen Oberndorf wieder. Weiter gehen wir auf geradem Weg. Bei guter Fernsicht könnte man in der Ferne mehrere Burgen im Umland bestaunen. Weiter gehen wir auf geradem Feldweg und dann ein Stück Asphalt. Immer geradeaus gehend gelangen wir nach Dornheim.
Wir folgen der Jakobsmuschel (fehlt z. Z. noch) und gelangen zum Angertor. Über dem Angertor befindet sich eine Sonnenuhr. Wir gehen durch das Tor hindurch und kommen zur Kirche, in der J. S. Bach getraut wurde und zum Bach-Stübchen.
An der Kreuzung vor dem Angertor verlassen wir den Bach-Wanderweg, biegen links ab und kommen über eine Brücke. Wir folgen der Beschilderung mit der Jakobsmuschel auf einem Pfad.
Weiter gehen wir an einem Acker entlang und kommen alsbald wieder in einen Wald. Aus dem Wald heraus kommend, biegen wir links ab. Nachdem wir eine Brücke überquert haben, gehen wir immer gerade aus nach Arnstadt.
Am Ende vom Elxlebener Weg überqueren wir die Hauptstraße in Arnstadt, kommen in den Park und folgen der Jakobsmuschel (gleichzeitig Gera-Radwanderweg) weiter.
In Arnstadt emphielt sich ein größerer Aufenthalt, um sich die vielen Kirchen und weitere Sehenswürdigkeiten ansehen zu können.
Über Rudisleben erreichen wir den Ort Ichtershausen. Hier gehen wir hinter der Kirche entlang durch ein kleines Wäldchen und dann weiter über Molsdorf bis Möbisburg immer der Jakobsmuschel folgend (gleichzeitig Gera-Radwanderweg). Wir laufen an Stedten vorbei über Bischleben nach Hochheim und kommen in Erfurt in den Luisenpark weiter über Wilhelm-Külz-Straße, Regierungsstraße, Herrmannsplatz, Stiftsgasse, Domstraße, zum Erfurter Dom.

Etappen-Empfehlung:

Der ca. 54 km lange Weg führt von Erfurt über Arnstadt nach Paulinzella.
Empfehlenswert ist es, den Weg in drei Etappen zu laufen.

1. Etappe: von Erfurt über Hochheim, Bischleben, Stedten, Möbisburg, Molsdorf, Ichtershausen und Rudisleben nach Arnstadt - (ca. 23 km)
2. Etappe: von Arnstadt über Dornheim, Oberndorf, Hausen, Görbitzhausen, Roda nach Niederwillingen (ca. 16 km)
3. Etappe: von Niederwillingen über Griesheim, Cottendorf, Dörnfeld, Singen bis Paulinzella (ca. 15 km).


Der Pilgerweg ist Teil des mittelalterlichen Jakobsweges von Erfurt nach Coburg. Gelbe Jakobsmuscheln auf blauem Grund weisen daher den Weg.

Pilgerherbergen in Arnstadt:

Christliches Jugendgästehaus: Karl-Liebknecht-Str. 27b, Arnstadt
Tel.: 03628-562820
(wenn niemand hört, dann Zentrale in Ilmenau anrufen: 03677-64510)
(19,00 Euro pro Nacht)

Ferienwohnung Schimunek, Marlittstr. 10, Arnstadt
Tel.: 03628-47532
(15,00 Euro pro Nacht pro Person, ohne Frühst.)

Ferienwohnung Baumgarten, Auf dem Kübelberg 31, Arnstadt
Tel. 03628-641740 oder 0173-5622029
(für 4 Personen insgesamt 50,00 Euro)

Wanderkarte zur Orientierung für den Pilgerweg (auch in der Tourist-Information Arnstadt erhältlich):
Rad- und Wanderkarte Ilm-Kreis (KKV-Verlag/Nordhausen)
ISBN: 3-937929-36-3
Preis: 4,50 Euro
www.kk-verlag.de

Den Flyer zum Pilgerweg als PDF-Datei speichern.

Projektmitglieder:

• Ev. Augustinerkloster zu Erfurt – Christine Dölle - Tel. 0361/576600
• Dom zu Erfurt – Cordula Hörbe - Tel. 0361/6461265
• Tourist-Information Paulinzella – Regina Hölzer - Tel. 036739/31144
• Stadtmarketing Arnstadt GmbH

 

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Fax: 03628 745-800
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