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Letztes Ausstellungsgespräch in der Sonderausstellung

Kaiserlicher russischer Staatsrat Lorenz von Pansner, Emil Jacob: Öl auf Leinwand, um 1846
Kaiserlicher russischer Staatsrat Lorenz von Pansner, Emil Jacob: Öl auf Leinwand, um 1846

Am Freitag, 31. März 2017 findet letztmalig ein Ausstellungsgespräch in der Sonderausstellung „Erfunden.Erforscht.Gebaut“ im Schlossmuseum Arnstadt statt. Dr. Christin Kehrer, Geologische Sammlung, und Dr. Birgit Gaitzsch, Kustodin der Paläontologisch-Stratigraphischen Sammlung der TU Bergakademie Freiberg, sprechen zum Thema:  „Der Wissenschaftler und Staatsmann Johann Heinrich Lorenz von Pansner - Spurensuche zwischen Arnstadt und Altai". Zum Ausstellungsgespräch um 14.30 Uhr lädt das Schlossmuseum Arnstadt herzlich ein. Es wird ermäßigter Eintritt gewährt (Erw. 3,50 €, Kinder 1,75 €.)

Lorenz von Pansner: Vom Schustersohn zum russischen kaiserlichen Staatsrat
Johann Heinrich Lorenz Pansner wurde am 3. Mai 1777 in Arnstadt geboren und gehört neben Christian Samuel Beck, Gottfried Wilhelm Ludloff, Christian Friedrich von Walther, Johann Wilhelm Käßler und vielen weiteren zu den Arnstädtern, die „nach der in Thüringen erfolgten Ausbildung nach Russland auswanderten und dort zum hohen Ansehen gelangten…“.

Pansner stammt aus armen Verhältnissen. Sein Vater, vermutlich Christian Ludwig Pansner, war Schuhmachermeister und Oberkirchner, die Mutter hieß Marie Pansner, geb. Möller. Pansner studierte Theologie, Physik, vor allem auch Mineralogie bei Johann Georg Lenz in Jena und reichte mit 25 Jahren eine Dissertationsschrift über Chladnische Klangfiguren ein. Am 29. August 1801 wurde er in Physik promoviert. Da „Armut und allgemeine Not seine ständigen Begleiter“ waren, fasste er den Entschluss, nach Russland auszuwandern. Auf Einladung des Grafen Manteuffels, der „auf seiner Reise in Deutschland [...] wissenschaftlich gebildete junge Männer suchte“ , brach er im Mai 1802 voller Hoffnung nach St. Petersburg auf, um als Mineraloge an einer Reise nach Mittelasien teilzunehmen ... In Sankt Petersburg angekommen, zerschlugen sich die ursprünglichen Reisepläne und er musste verschiedene Tätigkeiten ausüben. Die folgenden 34 Jahre verbrachte er unter wechselnden beruflichen, persönlichen, politischen und wirtschaftlichen Bedingungen in St. Petersburg. Am 7. Januar 1817 gründete er die Russisch-Kaiserliche mineralogische Gesellschaft, war von 1818 bis 1822 Professor für Mineralogie an der Petersburger Universität, von 1819 bis 1824 Studieninspektor beim St. Petersburger Erziehungshaus und von 1826 bis 1834 Direktor der Handelsschule.

1820 heiratete Pansner die livländische Adelige Caroline Margarethe Juliane von Himmelstiern. Nach ihrem Tod im Jahre 1821 heiratete er zwei Jahre später ihre jüngere Schwester Eleonore Ernestine Samson von Himmelstiern.  Die Ehe blieb kinderlos, aber sie adoptierten 1845 Friederike Villimier (geb. 20.12.1824 in Dorpat-gest. 1916 in Arnstadt). Im Alter von 59 Jahren, 1836, legte Pansner seine Ämter in St. Petersburg nieder und kehrte nach Arnstadt zurück. Hier ließ er im ehemaligen Salpetergarten, vor dem Langewitzer Thor, im Jahr 1840 ein Haus im russischen Stil bauen. In den folgenden 14 Jahren führte er trotz gesundheitlicher Probleme zahlreiche wissenschaftliche Studien weiter. Am 22. März 1851 starb er mit 73 Jahren in seinem Haus in Arnstadt. Pansner, der Wissenschaftsmanager: Seine zweifellos größte Leistung liegt in der Gründung der Russisch-Kaiserlichen Mineralogischen Gesellschaft am 07. Januar 1817. Sie ist die älteste, heute noch existierende mineralogische Gesellschaft. Als Vorbild diente ihm die mineralogische Societät zu Jena, die taggenau zwanzig Jahre zu vor gegründet wurde.

Der Mineraloge Pansner führte regen Schriftverkehr und Austausch von Mineralen mit Goethe. Die 59 erSchlossenen Briefe belegen, dass er Minerale und Gesteine systematisch sammelte, selbst Analysen durchführte bzw. um diese bat, in Briefen und Publikationen deren Ergebnisse mitteilte und Proben und Suiten versandte. Pansner bekam von Goethe 1819 eine unikale Sammlung Karlsbader Minerale zugeschickt und sendete  ihm eine Suite mit sibirischen Mineralen zurück, worauf er bald eine Antwort Goethes erhält: „Ew. Wohlgeboren, haben mich durch die schöne Sendung, die mir zu rechter Zeit durch einen gefälligen Eilboten zugekommen, wirklich überrascht. Sie war viel reichlicher als ich wünschen und hoffen durfte. Sie füllt bedeutende Lücken meiner Sammlungen, sowohl der mineralogischen als geologischen, und ich bin Ew. Wohlgeboren als andern gefälligen Freunden dafür höchlich verpflichtet“. Der Sammler und Stifter Pansner legte im Laufe seines Lebens eine Reihe von wissenschaftlichen Sammlungen an, neben seiner mineralogischen Sammlung sind das eine Sammlung von physikalischen und astronomischen Instrumenten, von Landkarten, eine Lebendsammlung von Stachelbeeren, sowie eine Bibliothek mit 2394 Büchern, Broschüren, und „wertvollen naturwissenschaftlichen Werken besonders im Fach der Geschichte, Geographie, Reisebeschreibungen, Mathematik, Naturwissenschaften, v. a. Mineralogie“ . Er stiftete seine Sammlungen dem Arnstädter Gymnasium. Leider gingen die Sammlungen im 20. Jahrhundert verloren.

Textauszüge aus der zur Ausstellung erschienenen Publikation „Forscher- und Erfindergeist aus Arnstadt – erfunden.erforscht.gebaut“ erschienen im Sutton-Verlag 2017, im Museumsshop erhältlich.

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Veranstaltungstipp

Bach-Festival-Arnstadt 2018

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Veranstaltungen

Sa. 04.11.2017 bis So. 08.04.2018 - 09:30 bis 16:30 Uhr
Veranstalter: Schlossmuseum Arnstadt
Ort: Schlossplatz 1, 99310 Arnstadt
Mo. 22.01.2018 - 09:00 bis 10:30 Uhr
Veranstalter: Frauen- und Familienzentrum
Ort: Rankestraße 11, 99310 Arnstadt
Mo. 22.01.2018 - 13:30 bis 15:30 Uhr
Veranstalter: Frauen- und Familienzentrum
Ort: Rankestraße 11, 99310 Arnstadt
Di. 23.01.2018 - 09:00 Uhr
Veranstalter: Stadt- und Kreisbibliothek Arnstadt
Ort: Bibliothek im Prinzenhof
Mi. 24.01.2018 - 09:00 bis 10:30 Uhr
Veranstalter: Frauen- und Familienzentrum
Ort: Rankestraße 11, 99310 Arnstadt