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Letztes Ausstellungsgespräch im Schlossmuseum

Letztes Ausstellungsgespräch am 17. Mai 2019, 15 Uhr, im Schlossmuseum Arnstadt zum Thema:

Solbad Arnstadt 1845-1890
 
Die Geschichte des Solbades begann mit den Bohrarbeiten des Erfurter Ingenieur-Leutnants August Rost in Rudisleben nördlich von Arnstadt. Durch einen Schurfschein vom 1. März 1845 erwarb er die Rechte, im Bezirk der Fürstlichen Regierung zu Arnstadt Steinsalz und Soolquellen, sowie fossiles Brennmaterial, besonders Torf, aufzusuchen und ein Salzwerk und eine Sodafabrik zu errichten.
Thüringen besaß im vorigen Jahrhundert reiche Salzquellen. Rost wies nach, dass der sich aus den günstigen geognostischen Voraussetzungen ergebende Salzabbau den thüringer Landwirten, der Stadt Arnstadt und den Staatskassen des Fürstentums Schwarzburg – Sondershausen nur Vorteile bringen würde.  Für die Erschließung der Salzquellen gab es gute Gründe. Erstens benötigte die thüringische Landwirtschaft dringend mehr Steinsalz für das Vieh. Zweitens befand sich die Abbaustelle des Salzes in Rudisleben in der Nähe bereits existierender Bahnverbindungen und das Salz konnte leicht weiter transportiert werden und letztlich versprach man sich die fortschreitende Entwicklung der Stadt.
Durch den Landkammerrat Schierholz und August Rost wurde der Gedanke angeregt, die Sole auch für Badezwecke zu nutzen und ein Solbad entstehen zu lassen. Bereits im Januar 1851 wurde dafür der Solbadeverein gegründet.
Die Sole wurde auf ihre Bedeutung und nutzbringende Wirkung hinsichtlich Temperatur und chemischer Zusammensetzung untersucht. Der Apotheker H. Lucas analysierte 1851 den Gehalt der verschiedenen chemischen Elemente wie Chlorverbindungen, Brom, Jod, Eisenoxyde und schwefelsaurer Kalk in der Sole. Entscheidend war, dass die Sole tatsächlich für Heilzwecke verwendbar war. Vor allem Hautkrankheiten, Erkrankungen der Sinnesorgane, der Schleimhäute, rheumatische und Nervenleiden konnten gelindert oder ganz geheilt werden. Mehrere Hausbesitzer in Arnstadt errichteten in ihren Häusern Badestuben.  Auch der schon erwähnte Landkammerrat C. G. Schierholz engagierte sich persönlich für die Umsetzung des Vorhabens, Arnstadt als Solbad zu beleben und verwies auf Arnstadts Sehenswürdigkeiten, seine Kirchen, öffentlichen Gebäude, Plätze, Promenaden, Brunnen und Gasthäuser. Arnstadt solle sich nicht auf dem alten Handwerk ausruhen.
Zum Trinken war die Arnshaller Sole wegen ihres hohen Brom- und Jodgehalts jedoch nicht geeignet. Deshalb nutzte man für Trinkkuren das schwache Salzwasser aus der Riedquelle Plaue.
Arnstädter Ärzte, die sich um den Erfolg des Solbades besonders verdient gemacht haben, waren Dr. Niebergall, Dr. Hartmann und Dr. Osswald. Sie richteten in ihren Wohnhäusern selbst Bademöglichkeiten ein.
Das zunehmende Ansehen Arnstadts in den 1850er Jahren war vor allem dem Engagement des Solbadevereins zu verdanken, der stets darauf bedacht war, aus eigener Kraft die Attraktivität  der Kleinstadt durch eine weitere Ausdehnung des Bade- und Kurbetriebs zu erhöhen.
Arnstadt hatte im vorigen Jahrhundert die besten äußeren Voraussetzungen zur Entwicklung einer Kurstadt - Verkehrsanbindung zur nahegelegenen Eisenbahnstrecke, günstige klimatische Bedingungen, herrliche Natur, die Eigenschaften und die Stärke einer Sole, die mit denen anderer Badeorte durchaus konkurrieren konnte.
Doch was war mit den inneren Gegebenheiten in der Stadt? War die Stadt in der Lage, jährlich mehrere hundert Besucher aufzunehmen, die wohnen, essen, trinken und sich unterhalten wollten? Waren die Stadtbewohner bereit, so eine Entwicklung mit zu tragen und voran zu bringen?

Textauszug: Dr. Janny Dittrich

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